Kassenzulassung Physiotherapie: Antrag, Voraussetzungen & Tipps

Ohne Kassenzulassung keine GKV-Patienten. Wir erklären das Antragsverfahren, die Voraussetzungen und die Raumvorgaben — Schritt für Schritt.

Beraterin misst mit dem Maßband eine Türbreite, ein Physiotherapeut schaut zu — Sinnbild für die Raumanforderungen der Kassenzulassung. Bild mit KI erstellt
Beraterin misst mit dem Maßband eine Türbreite, ein Physiotherapeut schaut zu — Sinnbild für die Raumanforderungen der Kassenzulassung.

Ohne Kassenzulassung keine gesetzlich versicherten Patient:innen — und die machen in den meisten Regionen den Großteil des Behandlungsaufkommens aus. Für viele Physiotherapiepraxen ist die Kassenzulassung deshalb der entscheidende Schritt zum GKV-Markt. Sie ist aber kein Selbstläufer: Es gibt klare Voraussetzungen, feste Raumvorgaben und ein Antragsverfahren, das mehrere Monate dauern kann. Und sie ist nicht für jede Praxis Pflicht — wer als reine Privatpraxis startet, braucht sie gar nicht.

Hier bekommst du den kompletten Überblick: Voraussetzungen, Räume, Antrag, Kosten und die ehrliche Alternative dazu.

Inhaltsverzeichnis

Wer braucht eine Kassenzulassung — und wer nicht?

Die Zulassung nach § 124 SGB V ist die Voraussetzung dafür, dass du direkt mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen darfst. Sie betrifft also nur die GKV-Versorgung.

  • Du brauchst sie, wenn du gesetzlich Versicherte auf Kassenrezept behandeln und abrechnen willst.
  • Du brauchst sie nicht, wenn du eine reine Privatpraxis führst und ausschließlich Selbstzahler:innen, Privatversicherte (PKV) und Beihilfeberechtigte behandelst.

Wenn du noch schwankst, welcher Weg zu dir passt, hilft dir der Vergleich in unserem Leitfaden zum Physiotherapie-Praxis gründen.

Voraussetzungen für die Kassenzulassung

  • Staatlich anerkannte physiotherapeutische Ausbildung
  • Mindestens 2 Jahre Berufserfahrung (in vielen Fällen empfohlen bzw. gefordert)
  • Geeignete Räumlichkeiten (Mindestgrößen, Barrierefreiheit)
  • Vorgeschriebene Ausstattung (Behandlungsliegen, Geräte)
  • Zugelassenes, entsprechend qualifiziertes Personal bei Mehrbehandler-Praxen

Welche Raumvorgaben gelten?

Die Krankenkassen schreiben konkrete Mindestanforderungen vor:

  • Behandlungsräume mit Waschbecken und ausreichender Grundfläche
  • getrennte Bereiche für Empfang, Wartebereich und Personal
  • Sichtschutz zwischen den Behandlungsplätzen
  • ausreichende Belüftung und Beleuchtung
  • Barrierefreiheit

Die genauen Werte variieren je nach Bundesland und Kassenart — informiere dich frühzeitig bei den jeweiligen Landesverbänden, bevor du einen Mietvertrag unterschreibst. Räume, die die Vorgaben nicht erfüllen, sind der häufigste Grund für Verzögerungen.

Wie läuft das Antragsverfahren ab?

  1. Antrag stellen bei den zuständigen Landesverbänden der Krankenkassen (bzw. der von ihnen beauftragten Stelle).
  2. Unterlagen einreichen: Ausbildungsnachweis, Berufserfahrung, Raumplan, Ausstattungsliste, Personalqualifikationen.
  3. Begehung: Die Kasse prüft deine Räumlichkeiten vor Ort.
  4. Zulassungsbescheid: Bei positivem Ergebnis erhältst du die Zulassung und ein Institutionskennzeichen (IK-Nummer), mit dem du abrechnest.

Tipp: Reiche vollständige Unterlagen ein und stimme den Begehungstermin früh ab — unvollständige Anträge und nicht abnahmefähige Räume kosten die meiste Zeit.

Kosten und Dauer: Womit du rechnen musst

Die Zulassung selbst ist kein großer Kostenblock — ins Geld gehen die Voraussetzungen: passende Räume in der geforderten Größe, die vorgeschriebene Ausstattung und gegebenenfalls Umbauten für Barrierefreiheit und Sichtschutz. Rechne außerdem mit mehreren Monaten vom Antrag bis zum Bescheid.

Das ist ein wesentlicher Unterschied zur Privatpraxis: Bei der Kassenzulassung startest du erst, wenn Begehung und Bescheid durch sind — die Anlaufphase verschiebt sich entsprechend nach hinten. Plane den Antrag deshalb so früh wie möglich und kalkuliere die Übergangszeit in deinem Businessplan ein.

Kassenzulassung und Telematikinfrastruktur

Mit der Kassenzulassung erhältst du deine IK-Nummer. Diese brauchst du auch für die TI-Anbindung und die GKV-Erstattung der TI-Kosten. Die Frist für die verpflichtende Anbindung an die Telematikinfrastruktur ist der 1. Oktober 2027 — auch das gehört in deine Zeitplanung, sobald du den GKV-Weg gehst.

Kassenzulassung oder reine Privatpraxis?

Nicht jede Neugründung führt über die Kassenzulassung. Eine reine Privatpraxis behandelt ausschließlich Selbstzahler:innen, PKV und Beihilfe — ohne Zulassungsverfahren, ohne die GKV-Raumvorgaben und mit frei kalkulierten Preisen. Der Preis dafür: Du erschließt dir den kleineren, aber oft lukrativeren Patientenkreis selbst.

Beide Wege haben ihre Berechtigung — welcher passt, hängt von Standort, Zielgruppe und deiner Kalkulation ab. Wenn du mit dem Gedanken an das reine Privatmodell spielst, findest du den kompletten Weg dorthin in unserem Leitfaden Privatpraxis Physiotherapie eröffnen. Welche Software du als Gründer:in ab Tag eins wirklich brauchst, zeigt zusätzlich die Setup-Checkliste für Privatpraxen.

Fazit

Die Kassenzulassung ist der Schlüssel zum GKV-Markt — aber ein Schlüssel mit Vorlaufzeit: klare Voraussetzungen, feste Raumvorgaben und ein Verfahren über mehrere Monate. Plane den Antrag früh, prüfe die Räume vor dem Mietvertrag und lass dich im Zweifel von deinem Berufsverband beraten. Und halte dir bewusst offen, ob für dich nicht die reine Privatpraxis der schnellere und passendere Start ist — die Zulassung ist eine Option, keine Pflicht.

Über likami

Praxisverwaltung,
die mitdenkt.

Cloudbasiert, GoBD-konform, gebaut speziell für Privatpraxen mit Selbstzahlern. likami nimmt dir den Verwaltungsaufwand ab — damit du dich auf deine Patienten konzentrieren kannst.

Zeitersparnis
5 h / Woche
Test-Phase
30 Tage
ab
41,58 €
Setup-Zeit
< 24 h

30 Tage kostenlos · Keine Kreditkarte · Endet automatisch

likami Dashboard auf dem Laptop likami Wochenkalender auf dem Tablet likami Terminvorschläge-Portal auf dem Smartphone
Alle Beiträge
Weiterlesen