Digitalisierung Physiotherapie Pflicht: Das kommt auf dich zu
Die Digitalisierung in der Physiotherapie wird zur Pflicht. Wir erklären die konkreten Fristen, Anforderungen und was du jetzt schon tun kannst.
Die Digitalisierung ist keine Option mehr — sie wird für Physiotherapeuten schrittweise zur gesetzlichen Pflicht. Hier ein Überblick über die konkreten Anforderungen und Fristen.
Was kommt wann?
TI-Anbindung: 1. Oktober 2027
Ursprünglich zum 1. Januar 2026 geplant, hat der Bundestag die Frist auf den 1. Oktober 2027 verschoben. Hintergrund: Die elektronische Heilmittelverordnung war noch nicht einsatzbereit. Die Verschiebung gibt dir mehr Zeit — aber das Thema solltest du jetzt angehen, nicht erst 2027.
Elektronische Verordnung (eVO): voraussichtlich ab 2027
Die elektronische Heilmittelverordnung soll das Papierrezept ablösen. Erst freiwillig, perspektivisch verpflichtend. Ohne TI-Anbindung kannst du die eVO nicht empfangen.
Elektronische Patientenakte (ePA): perspektivisch
Die ePA ermöglicht den Zugriff auf Patientendaten über Sektorgrenzen hinweg. Physiotherapeuten können perspektivisch Befunde und Berichte in die ePA einstellen.
Was du jetzt tun solltest
- Praxissoftware prüfen: Bietet dein Anbieter TI-Integration an?
- eHBA beantragen: Der elektronische Heilberufsausweis ist Voraussetzung für die TI. Beantragung dauert mehrere Wochen.
- Budget einplanen: Die TI-Kosten werden durch die GKV erstattet — aber du musst in Vorleistung gehen.
- Team informieren: Digitalisierung betrifft das gesamte Praxisteam.
Was für Privatpraxen gilt
Reine Privatpraxen ohne IK-Nummer sind von der TI-Pflicht nicht betroffen. Aber: Wer langfristig auch GKV-Patienten behandeln will, sollte die TI-Anbindung mitdenken.
Fazit
Die Digitalisierungspflicht kommt — die Frage ist nicht ob, sondern wann. Frühstarter profitieren von der GKV-Erstattung, vermeiden Lastminute-Stress und sind für die eVO vorbereitet.
Quellen:
- IFK: TI-Anbindungsfrist verschoben
- thevea.de: TI in der Physiotherapie