Privatpatienten abrechnen: So funktioniert's für Physiotherapeuten

Die Privatpatienten-Abrechnung unterscheidet sich grundlegend von der GKV. Wir erklären den Prozess: von der GebüTh über den Behandlungsvertrag bis zur Rechnungsstellung.

Privatpatienten abrechnen: So funktioniert's für Physiotherapeuten

Die Abrechnung mit Privatpatienten ist für viele Physiotherapeuten attraktiv: höhere Vergütungssätze, kein Zuzahlungsmanagement und weniger bürokratische Auflagen als bei der GKV. Aber es gibt eigene Spielregeln.

Der Unterschied zur GKV-Abrechnung

Bei der GKV gibt es festgelegte Vergütungssätze. Bei Privatpatienten bestimmst du deinen Preis selbst — es gibt keine amtliche Gebührenordnung für Physiotherapeuten. Die GebüTh (Gebührenübersicht für Therapeuten) dient als Branchenstandard.

So rechnest du Privatpatienten ab

Schritt 1: Behandlungsvertrag schließen

Vor der ersten Behandlung: Schriftlicher Vertrag mit Preisvereinbarung. Die allgemeinen Grundsätze der GebüTh gelten als AGB im Sinne des § 305 BGB.

Schritt 2: Steigerungssatz festlegen

Die GebüTh arbeitet mit Steigerungsfaktoren auf Basis der GKV-Sätze. Üblich: 1,4- bis 2,3-fach. Der Faktor spiegelt Behandlungszeit, Qualifikation und Praxisausstattung wider.

Schritt 3: Rechnung erstellen

Erstelle eine formgerechte Rechnung mit: Patientendaten, Datum, Leistungsbeschreibung, Positionsnummer, Steigerungssatz und Gesamtbetrag. Eine gute Praxissoftware erledigt das automatisch.

Schritt 4: PKV-Erstattung

Die Erstattung hängt vom individuellen Tarif des Patienten ab. Manche PKV-Tarife erstatten 100 %, andere orientieren sich an Beihilfe-Höchstsätzen. Die GebüTh stellt klar: PKV-Tarife sind für deine Preisgestaltung nicht maßgeblich.

Häufige Fehler

  • Ohne schriftliche Vereinbarung behandeln — im Streitfall hast du keine Rechtsgrundlage
  • Zu günstig kalkulieren — viele Therapeuten orientieren sich an Beihilfe-Höchstsätzen statt an ihren tatsächlichen Kosten
  • Formfehler auf der Rechnung — unvollständige Rechnungen werden von der PKV abgelehnt

Fazit

Die Privatpatienten-Abrechnung lohnt sich — wenn du sie professionell aufziehst. Schriftlicher Vertrag, klare Preise, korrekte Rechnungen. Eine gute Praxissoftware nimmt dir den Großteil der Arbeit ab.


Quellen:

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